|
Die Rudolf-Steiner-Akademie in Weimar-Taubach
Am Stadtrand von Weimar wurde ein sehr geeignetes, 6.3000 m2 großes Grundstück
günstig erworben. Taubach gilt als bevorzugter Wohnplatz Weimars. In der Kirche von Taubach hat Johann Sebastian Bach musiziert. Im Nachbarort Mellingen hat L. Feininger gewirkt.
Hier soll als Mittelpunkt der Institutionen das Seminar für künstlerische Therapie entstehen. Daneben wird die Ausbildung für andere Medizinfachberufe im weitesten Sinn und auch
Erwachsenenbildung stattfinden. Ein Therapeutikum mit niedergelassenen Ärzten, ausgerichtet auf sämtliche Möglichkeiten der Kunst- sowie Physiotherapie, ist vorgesehen (Malen, Plastizieren, Musik, Sprache,
Eurhythmie).
|
Erfüllung in manueller, künstlerischer und geistiger Aktivität
Der älter werdende Mensch kann durch die vorgesehenen Betätigungsmöglichkeiten
noch Lebensinhalt und Befriedigung finden, solange er kann und mag. In diesem Sinne sind Anregungen zur Eigentätigkeit in Haus, Garten und Werkstätten vorgesehen, um möglichst vielen Wünschen und Neigungen
entgegen zu kommen. Auf diese Weise sollen alle Lebensalter in den sozialen Organismus eingegliedert werden. Damit ist nicht Ablenkung oder Überforderung gemeint. Zu einem bestimmten Zeitpunkt, individuell
äußerst unterschiedlich, taucht in jedem Menschen das Bedürfnis auf, sich aus der äußeren Welt zurückzuziehen. Die Bewußtseinsarbeit im Ordnen, Überschauen und Durchdringen des vergangenen Lebens gewinnt dann
die Oberhand. Mit dem Nachlassen der Körperkräfte kann seelische Wandlung, geistige Entwicklung, ja sogar geistiger Ertrag entstehen, sehr zum Nutzen der begleitenden jüngeren Menschen, insbesondere für deren
therapeutische Intention.
Schwerpunkte in der Ausbildung:
Schwerpunkte in der AusbiIdung der Stud ierenden und Mitarbeiter sind deshalb:
Erkennen von biographischen Gesetzmäßigkeiten der verschiedenen Lebensabschnitte - Verstehen der physischen Abbauprozesse im Alter mit Blick auf die inneren Wandlungskräfte Erwerben der besonderen inneren
Haltung, die den alten Menschen verständnisvoll begleiten Iäßt, damit er auch in Würde sterben kann. Neben der professionellen Hilfe - von der Sozialstation bis hin zur Sterbebegleitung, dem Hospizgedanken
folgend - werden ehrenamtliche Kräfte auf allen Ebenen des Projektes einen breiten Betätigungsraum finden. Die dabei erworbenen Erfahrungen strahlen in das soziale Umfeld aus und ermöglichen dort eine
Nachbarschaftshilfe, ohne die in Zukunft menschenwürdiges Altern und Sterben nicht mehr denkbar sind. Für die Erarbeitung dieses Konzeptes ist die Anthroposophie unverzichtbare Grundlage gewesen. Zu ihr gehört
als oberstes Gebot die geistige Freiheit. Die Aufnahme in unsere Einrichtung ist deshalb an keine bestimmte Weltanschauung, Religion oder Volkszugehörigkeit gebunden.
|
|
Unser Angebot:
Das ist unsere Alternative zur herkömmlichen Altenwohnanlage. Schon beim Aufbau
können Sie sich sinnvoll einbringen. Ihren Kräften und Fähigkeiten entsprechend gibt es viele Möglichkeiten, sich hier zu betätigen: Im handwerklichen und gärtnerischen Bereich, bei Veranstaltungen, in der
Nachbarschaftshilfe, in der Ausbildung von Studenten. Selber künstlerisch tätig zu werden, kommt hinzu. Der Eigeninitiative sind keine Grenzen gesetzt. Sind Sie neugierig geworden? Dann möchten wir gerne näher
mit Ihnen in Verbindung treten. Wir zeigen und erläutern Ihnen die PIäne und selbstverständlich auch das Gelände in Weimar-Taubach. Wenn es Ihnen gefällt, können wir Nachbarn werden.
Was wir dazu brauchen:
- Senioren jeden Alters, die sich dieser neuen Lebensform anschließen möchten
- mutige, verständnisvoIle Mitarbeiter
- die Unterstützung durch Mäzene, Stiftungen und Privatpersonen, die an der
weiteren Entwicklung dieses Modells interessiert sind.
|
Aktiver Ruhestand und Service-Wohnen
Die Vereinsamung der älteren Menschen nimmt in unserer Zeit immer mehr zu. Die
Großfamilie im klassischen Sinne gibt es nicht mehr. Aber die älteren Menschen suchen oft noch eine sinnvolle Tätigkeit. Sie wollen nicht in Altenghettos ihren Lebensabend verbringen, sondern sie möchten ihre
Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie in ihrem langen Arbeitsleben erworben haben, sinnvoll einsetzen. Die Jugend aus den Ausbildungsstätten bringt neue Impulse, die ältere Generation schenkt ihr die
Lebenserfahrung, und die mittlere Generation - Dozenten, Therapeuten und Betreuer- versorgt beide. Rudolf Steiner (1861-1925) hat wichtige Anregungen zur Führung des menschlichen Lebens gegeben, die hier für das
Zusammenleben der Generationen fruchtbar gemacht werden. Das Miteinander verschiedener Altersstufen auf einem GeIände - von der Kindheit bis ins hohe Alter - hat sich vielerorts bewährt (z.B. in Dortmund seit 20
Jahren zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten). Der alte Mensch Iäßt sich mit seinen Erfahrungsschätzen, seinem Wissen und seinen sozialen Fähigkeiten bei der Ausbildung von Kunsttherapeuten einbringen, die
umgekehrt gerade ihre therapeutischen und sozialen Intentionen an diesen prüfen können. Die geduldige und liebevolle Zuwendung zum Dauerbehinderten, die biographische KIärung in den Krisensituationen bei der
Rehabilitation von vorübergehend Behinderten - wer wäre besser dazu befähigt, als der lebenserfahrene ältere Mensch, außerhalb von Schicht und Pflicht? Weil bei der Umschichtung der Gesellschaft die Fundamente
von Kirche und Staat, Familie, Schule und Universität nicht mehr tragen, wird die Nachfrage nach solchen Lebensgemeinschaften, ,,county-communities", immer drängender. Mit dem Abnehmen der Körperkräfte und
-funktionen wird der Umfang der Eigentätigkeit eingeengt. Die Notwendigkeit einer Fremdversorgung nimmt zu. Da der Übergang so langsam vor sich geht, daß es selber oft nicht wahrgenommen wird, sollte ein
sinnvoller und bewußter Schritt
Weiterführende Informationen:
Verein zur Förderung der Rudolf-Steiner- Akademie Weimar-Taubach.
|